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Menschenwürdige und nachbarschaftliche Wohnverhältnisse schaffen — gegen die weitere Isolierung von geflüchteten Menschen auf dem Tempelhofer Feld!

Stellungnahme der Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG

Als „Tempohomes“ bezeichnet die Berliner Verwaltung die Container, die seit Februar 2017 am Rand des Tempelhofer Feldes aufgebaut werden. Binnen kurzem sollen bis zu 1.120 geflüchtete Menschen aus den Hangars und anderen Notunterkünften in den 976 Containern untergebracht werden. Nach geltendem Baurecht könnten sie dort bis zu
3 Jahren leben.

Trotz scharfer Kritik von Initiativen, Vereinen und Anwohner*innen wurde das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes (ThF-Gesetz) unter dem rot-schwarzen Senat im Januar 2016 zum Zweck der Errichtung dieser Containeranlage geändert. Das ursprüngliche ThF-Gesetz hatte eine Bebauung grundsätzlich untersagt – auch eine Randbebauung, wie sie jetzt quasi erfolgt. Dennoch soll der Standort bis Dezember 2019 genutzt werden. Die Kosten für diese Containeranlage belaufen sich auf ca. 17 Mio. Euro. Für diesen Betrag könnten laut BUND-Landesgeschäftsführer Tilmann Heuser 100 Zwei-Zimmer-Wohnungen à 54 m² errichtet werden, selbst bei Baukosten von 3 000 € /m².

Die "Tempohomes" sind keine menschenwürdige Unterbringung, sondern Lager.

Statt Wohnungen eine ─ trotz Wachschutz ─ relativ ungeschützte Containeransammlung mit kleinen, beengten Wohneinheiten. Eine Wohneinheit aus 3 Containern für bis zu 4 Menschen: rechts und links ein Zimmer von ca. 13 m²  mit Etagenbetten, Tisch, Stühlen und kleinen Schränken; im mittleren Container Küche und Sanitärbereich. Kaum isoliert wie sie sind, werden sich die Container im Sommer stark aufheizen und im Winter viel Strom zum Heizen brauchen.

Ausweiskontrollen für Bewohner*innen und Besucher*innen bleiben bestehen. Besuch zu empfangen ist nur in extra aufgestellten Gemeinschaftscontainern möglich. 

Bei der diesjährigen öffentlichen Versammlung des Senats „Tempohomes auf dem Tempelhofer Feld“ zitierte eine ehrenamtliche Mitarbeiterin die Bedenken eines Kindes: Der Junge fragte, ob es eine gute Idee sei, Menschen hinter einem Zaun leben zu lassen. Er sagte, er habe Angst, dass er von Joggern, Inline-Skatern oder Spaziergängern angestarrt würde wie ein Tier im Zoo.

So werden geflüchtete Menschen vom städtischen Leben isoliert. Der Kontakt zu Nachbar*innen im Kiez , ein gegenseitiges Kennenlernen, wird weiterhin erschwert.

Auch geflüchtete Menschen brauchen Wohnungen in den Nachbarschaften, Kiezen und Stadtteilen. In Kreuzberg gibt es Wohnungen! Der Leerstand von Wohnungen im Riehmers Hofgarten, in der Kreuzbergstr. 13, Arndtstr. 13, Großbeerenstr. 17a, Müllenhoffstr.17, Mehringdamm 29, Fidicinstr.13 und weiteren sind bekannt, z. T. schon lange.

Wir fordern, geflüchtete Menschen in Mietwohnungen unterzubringen, sie zu unterstützen und begleiten und Containerlager abzubauen! Und zwar sofort — und nicht erst in 2 oder 3 Jahren.

Her mit den bezahlbaren Wohnungen für Alle!

WEM GEHÖRT KREUZBERG — Juli 2017